Die Schwangerschaft


Die Schwangerschaft verlief anfangs normal. In den ersten paar Wochen die üblichen Zipperlein. Mama war ständig übel und konnte das, was sie gerade in sich hineingeschaufelt hatte, nicht drin behalten. Sie nahm in den ersten Wochen sogar ab. Sie hatte ständig "Kreislauf" und schlief sehr viel. Irgendwann bekam sie ständig "Rücken". Als sie das dann ihrem Frauenarzt erzählte, wurde ein CTG gemacht und man sah, dass das gar nicht "Rücken" war, sondern schon Wehen. Da war ich gerade mal 23 Wochen in Mamas Bauch. Sie bekam ein Beschäftigungsverbot und durfte nur noch liegen und musste alle 2 Tage zum CTG. Immer wenn die Arzthelferin Mama diesen Gurt um den Bauch gelegt hat, habe ich dagegen getreten. Mir ging es gut. Nur die Wehen waren immer noch da. Mittlerweile war auch der Gebährmutterhals verkürzt und ich drückte schon kräftig nach unten. Jedesmal wenn Mama zum Frauenarzt kam, freute sich dieser, dass ich noch in Mamas Bauch wohnte. Sie bekam dann eine Spritze, die meine Lungen schneller reifen lies. Mir ging es aber die ganze Zeit gut. Nur Mama hatte immer mehr zu kämpfen. Sie hatte zu viel Fruchtwasser und hatte das Gefühl, dass sie bald Platz. Der Bauch war so hart, dass man gar nicht richtig fühlen konnte, wo und wie ich lag. Außerdem lagerte sich überall Wasser in Mamas Körper ein. Zu allem Überfluss bekam meine Mama dann auch noch Schwangerschaftsdiabetes. Anfangs versuchte sie ihren Zuckerhaushalt über die Ernährung in den Griff zu bekommen. Das hat überhaupt nicht geklappt und so erkundigte sich meine Mama, wie es ist, wenn sie Insulin spritzen würde. Der Arzt erklärte ihr, dass es mir gar nicht schaden würde und so entschloss sie sich, sich zu spritzen. Das lief dann auch ganz gut. Im Juli 2007 fuhren Mama und Papa dann zum Nürburgring um das Spektakel Formel 1 noch mal zu genießen. Oma und Opa waren auch dabei, sowie noch einige andere Familienmitlieder und Freunde. In dieser Zeit ging es Mama mal sehr gut. Wir sind bergauf und bergab spaziert und das machte Mama gar nichts aus. Auch die Hitze war auf einmal völlig ok. Kein "Rücken", kein "Kreislauf", keine Müdigkeit und immer gute Laune. Selbst der Zucker war fast ok, obwohl meine Mama gefuttert hat, als ob es bald nichts mehr geben würde. Aber zu Hause wurde es wieder anders, aber nicht mehr ganz so schlimm. Im Oktober an Papas Geburtstag hatte Mama dann dolle Rückenschmerzen. Wir hatten ja Besuch und Mama dachte, dass es vielleicht nur Überanstrengung ist. Sie lies es darauf ankommen und nahm ein warmes Bad. Danach waren die Rückenschmerzen aber fast weg. Und am nächsten Tag...........


Die Geburt


hatte Mama´s Cousine Geburtstag. Da keiner so richtig Lust hatte, zu kochen, entschieden sich meine Eltern zum Geburtstag zu fahren, um dort etwas zu essen. Dort gab es "Reitersuppe" (meine Cousine Merle (4 Jahre) erklärte uns noch kurz, was das ist: "Tomatensuppe mit ein bisschen Pferd drin). Doch zum Essen kamen wir nicht mehr. Als wir dort ankamen, setzte Mama sich bei Oma und Opa an den Tisch. Plötzlich hatte sie so ein dringendes Bedürfnis und ging ins Bad. Dort machte es "plopp" und Mama wusste erst gar nicht was das war. Sie setzte sich wieder zu Papa und versuchte ihm mit Händen und Füßen zu erklären, dass etwas nicht stimmt. Sie wollte alle anderen Gäste nicht beunruhigen und dies möglichst unaufällig machen. Papa sollte nun "unauffällig" Mamas Tante bescheid geben, dass wir wieder nach Hause müssten und Mama ging wieder ins Bad. Es dauerte etwas länger und schon klopfte es an der Tür. Meine Oma wollte nun wissen was ist, und Mama sagte nur: "nichts, moment, bin gleich wieder da." Aber die Fruchtblase war geplatzt und es lief. Als es endlich aufhörte, kam meine Mama aus dem Bad und die ganze Gesellschaft stand vor uns Verlegen und waren sehr besorgt. Mama beruhigte alle, und erzählte, dass ich auf die Welt kommen möchte. Da ich in der nächstgrößeren Stadt das Licht der Welt erblicken sollte und Mama weder Mutterpass noch Diabetespass dabei hatte, entschied man sich, erstmal nach Hause zu fahren, um die Tasche und Pässe zu holen. Doch daraus wurde nichts, da das Fruchtwasser schon knöcheltief im Fahrgastraum stand. Mein Papa fuhr meine Mama also kamikazemäßig in unser Krankenhaus. Um ca. 19:30 Uhr, in der Notaufnahme angekommen (Mama hinterließ eine große Wasserspur hinter sich), fragte man, warum wir denn dort wären. Mein Papa darauf: "Häh?????" und zeigte auf Mama, "Meine Frau ist geplatzt, glaub ich!". Verlegen Also brachte man meine Mama erstmal zum CTG und Papa fuhr nach Hause um die Sachen zu holen. Nach einer toten Katze und einem Gespräch mit der Polizei (typisch PapaStirnrunzelnd) kam er sogar mit "allen" noch fehlenden Sachen zurück. Es zeigte sich eine leichte Wehentätigkeit, aber Mama merkte noch nichts. So durfte Mama erstmal Abendbrot essen (in den Genuss der Reitersuppe kamen wir ja nicht) und Fußball gucken (es spielte gerade Mamas Lieblingsverein, der 1. FC Köln). So langsam wurden die Wehen dann auch stärker, aber es sollte noch ein bisschen dauern. (Die Sache mit dem Einlauf, möchte Mama nicht näher schildern). Gegen 22:00 Uhr durfte Mama noch in die Wanne und danach sollte sie noch ein bisschen spazieren gehen. Nach ca. 20 min. bekam meine Mama wieder "Kreislauf" und Papa rief die Hebamme. Sie wuchteten uns aus der Wanne und auf die Liege und die Hebamme untersuchte Mama. Der MuMu war schon offen und es ging direkt in den Kreissaal. Erstmal bekam meine Mama etwas Glukose über den Tropf. Der "Kreislauf" war nämlich eine Unterzuckerung. Wärend mein Papa von der Hebamme verdonnert wurde, das Radio doch bitte mal zu reparieren (das war wohl ein Ablenkungsmanöver) übte sich Mama bereits in den Presswehen und der Arzt kam hinzu. Die Geburt an sich verlief umkompliziert und schnell. Kaum war ich "draußen" haben sie mich schon auf Mamas Bauch gelegt und wir durften uns kennenlernen. Danach untersuchte mich der Arzt, ich wurde ein bisschen herausgeputzt, man wog mich und nahm Maß. Ich brachte gerade mal 2350 g auf die Waage und war auch nur 47 cm kurz. Naja....Mama war auch nur so klein und außerdem hätte ich ja auch noch 3 Wochen Zeit gehabt. Nun durfte ich wieder zurück zu meiner Mama. Die Hebamme holte ein Fläschchen und gab es meiner Mama. Ich saugte auch gleich daran, nur lief der ganze Mist wieder aus der Nase heraus. Die Hebamme rief sofort den Arzt, doch der wusste nun auch nicht so genau bescheid. Man legte mich dann auf die Seite und schloss mich an den Überwachungsmonitor an. Dort wurde mein Sauerstoffgehalt im Blut gemessen. Der war aber nicht weiter auffällig und lag bei 95 %.  Dann wurde der Babynotarzt gerufen und Mama wurde gefragt, ob sie mich nach Celle oder Braunschweig bringen sollten. Meine Eltern entschieden sich für Braunschweig. Nach ca. 1 Stunde (gefühlte 10 Stunden), kam dann das Team. Um mich herum wuselten plötzlich zig Personen, die mich wieder auszogen und verkabelten. Jetzt durfte ich noch einmal kurz zu Mama und Papa um mich zu verabschieden. Man legte mich in einen komischen Kasten, den sie Brutkasten nennen und fuhren mich nach Braunschweig auf die Babyintensivstation. Meine Mama wollte gleich mit, doch man durfte im Rettungswagen nicht mitfahren. Also entschied sich Papa, Mama gleich wieder mitzunehmen und hinter uns herzufahren. Doch das ließ die Klinik nicht zu. Warum wissen wir nicht, denn Mama ging es körperlich sehr gut. Die Hebamme wollte meine Mama "oben" behalten, aber das durfte sie auch nicht. Man legte meine Mama in ein Zimmer, mit einem "frischen", gesunden Kind. Die nächsten Stunden waren ein Horror für meine Eltern...........



Meine 1. Reise


Meine Mama konnte die ganze restliche Nacht nicht schlafen und blieb regungslos in ihrem Bett liegen und wartete, dass es endlich hell wurde. Als am nächsten morgen Visite war, erzählte der Arzt meiner Mama, dass er noch nicht dazu gekommen sei, in der Klinik anzurufen, wie es mir geht. Kurz darauf kam ein anderer Arzt und erzählte, dass ich nichts schlimmes hätte und das es wahrscheinlich "nur" eine Infektion ist. So gegen 9:00 Uhr kam dann endlich mein Papa um meine Mama abzuholen. Er hatte schon in der Klinik angerufen, wo ich war und die erzählten etwas von einer schweren Erkrankung. Man konnte ihm aber noch nichts genaues erzählen. Dann wartete Mama auf die Entlassungsuntersuchung aber nichts geschah! Zwischendurch rief die Kinderklinik an und erzählte irgendetwas von einer OP, die aber in Braunschweig nicht durchgeführt werden könnte, da der zuständige Chirurg zur Zeit Urlaub hätte. Sie wollten mich also sofort in die Medizinische Hochschule Hannover verlegen. Dann erkundigte sich Papa nun nach einem Arzt, der meine Mama nochmal untersuchen sollte. Doch keiner hatte Zeit. Das ganze zog sich bis 13:00 Uhr hin, bis mein Papa nun die Station zusammenbrüllte, dass doch endlich mal jemand sich herbemühen sollte, um meine Mama zu untersuchen, sonst würden Sie einfach fahren, da die Kinderklinik dringend auf die Unterschrift der OP warteten. Außerdem wussten Mama und Papa noch gar nicht, was ich hatte. Und plötzlich hatte jemand Zeit und dann durften sie endlich fahren. Bei Mama war alles in Ordnung. Im Radio hörten Mama und Papa etwas von einer Vollsperrung der A2. Also fuhren sie über Land. Doch dort war auch alles dicht. Sie brauchten ca. 3 Stunden (normalerweise 1/2 Stunde) bis sie dann endlich in Hannover waren. Nun fanden sie in ihrer Aufregung die MHH auch nicht gleich.


Mein 1. Zu Hause - die MHH


Als sie dann endlich ankamen, mussten sie sich erstmal zur Früh- und Neugeborenenintensivstation durchfragen. Man ließ sie dann auch gleich zu mir. Dort lag ich nun, in einem Wärmebettchen, an unzähligen Kabeln und Strippen angeschlossen und überall piepste es. Aber ich lebte! Das war für Mama und Papa erstmal das Wichtigste. Um mein Bett herum standen noch diverse Ärzte und Schwestern. Diese erklärten meinen Eltern dann, dass ich eine Ösophagusatresie hätte, die dringend operiert werden müsste. Und dann erzählten sie noch von einigen Komplikationen, die danach noch auftreten könnten. Aber das realisierte meine Mama nicht richtig. So unterschrieben sie ersteinmal die Aufklärung für die OP. Am nächsten Tag wurde ich erfolgreich operiert. Ich bekam noch eine Magensonde, die durch die Nase und Speiseröhre in den Magen führte. Die Sonde wurde "heilig" gesprochen und durfte auf keinen Fall gezogen werden, da sie die Speiseröhre schienen sollte. Außerdem hatte ich noch einen ZVK, über den ich ein Gemisch aus Fetten und Glukose bekam, damit ich ernährt werden konnte. Mir ging es erstaunlich gut, sodass ich am 3. Tag bereits auf die chirurgische Säuglingsstation verlegt werden konnte. Hier sondierte mir man langsam Milch, damit ich mich an "normale" Nahrung gewöhnen konnte. Und so kam es, dass ich das erste Mal mit Mama und Papa kuscheln durfte. Meine Mama hatte erst ein bisschen Angst, dass mir etwas weh tun könnte. Aber die Schwester erklärte, dass es mir nur gut tun würde und auch helfen würde. Und das tat es auch. Nun durften Mama und Papa ständig bei mir sein und sich um mich kümmern. Mir ging es immer besser, sodass meine Mama sagte, dass sie mal eine Nacht zu Hause verbringen möchte. Das tat sie dann auch. Doch in dieser Nacht ging es mir wieder so schlecht, dass ich sofort auf Intensiv verlegt werden musste. Am nächsten morgen rief die Klinik dann bei meinen Eltern an und diese kamen umgehend zu mir. Da lag ich schon wieder.....mit unzähligen Kabeln und Schläuchen und diesesmal auch noch beatmet. Ich hatte einen Pneumothorax und mir sollte eine Drainage gelegt werden. Es hatte sich so viel Sekret im Lungenraum angesammelt, dass sie mir noch eine weitere Drainage legen mussten. Später stellte sich dann heraus, dass die Naht der Speiseröhre wieder aufgegangen ist und dadurch das Sekret und etwas Nahrung in den Lungenraum gelaufen ist.

Nach 10 Tagen war ich wieder so stabil, dass ich mit Sauerstoffzufuhr über eine Sauerstoffbrille wieder auf die chirurgische Säuglingstation verlegt wurde. Nach weiteren 5 Tagen, als ich kein Sauerstoff mehr brauchte, schauten sie nochmal in meine Speiseröhre. Die sah so gut aus, dass man sich entschloss mit dem Schlucktraining anzufangen. So bekam ich also meine 1. Flasche. Ich trank 20 ml selbst und alle waren so stolz auf mich.

Zwischendurch, wurde noch mal in meine Speiseröhre geschaut, ob vielleicht eine Stenose vorhanden sei. Es war eine zu erkennen und man dehnte die Speiseröhre in Höhe der Naht mit einem Ballon wieder auf. Ich konnte danach weiter über die Flasche ernährt werden. So lief also weiter der Nahrungsaufbau, damit ich schnell nach Hause durfte.

Als ich dann soweit war, dass ich die gesamte Nahrungsmenge selbst trinken konnte, und ich keinen ZVK und keine Magensonde mehr brauchte, besuchten mich Oma Bine und Opa Ulli. Papa wollte erst später kommen. Mama fütterte mich und zeigte Oma und Opa ganz stolz, wie gut ich selbst trank. Doch aufeinmal musste ich weinen und Mama nahm mich hoch zum Bäuern. Zum Glück kam gerade die Schwester und Mama wies sie darauf hin, dass ich nicht trinken möchte und nur noch weinte. Als die Schwester mich dann auf den Arm nahm, holte ich keine Luft mehr und lief ganz blau an. Die Schwester legte mich in mein Bett und saugte mich ab. Sie rief, dass wir noch eine Schwester holen sollten und Opa sprang auf und zog gleich eine Ärztin in mein Zimmer. Man reanimierte ich wieder und rief das "Rea-Team" der Intensivstation. Die waren sehr schnell da und hatten mich recht schnell wieder stabil. Also kam ich mal wieder auf die Intensivstation. Als ich soweit wieder stabil war, schauten sie nochmal in die Speiseröhre und man sah, dass sie wieder viel zu eng war. Also wurde sie wieder aufgedehnt. 

Nachdem es mir wieder gut ging, kam ich wieder auf unsere "Lieblingstation". Hier fand wieder der Nahrungsaufbau statt. Nur mit dem selbst trinken lief es immer schlechter, sodass ich wieder eine Magensonde bekam. Als ich den einen Nachmittag schlief, sondierte mich die Auszubildende und Mama und Papa standen an meinem Bett. Plötzlich alarmierte der Monitor und ich lief wieder blau an. Die Schwester kam, reanimierte mich und rief das Team der Intensivstation. Meine Eltern blieben aber dieses Mal im Zimmer und wichen keinen Schritt von meiner Seite. Sie brachten mich wieder auf die Intensivstation. Man stellte fest, dass ich wieder eine Stenose in der Speiseröhre hatte und so kam es, dass man meine Speiseröhre alle 2 Wochen aufdehnen musste. Nun stand auch fest, dass ich Weihnachten nicht nach Hause gehen durfte. Aber es ging mir immer besser und ich trank alle Mahlzeiten wieder selbst. Die doofe Magensonde war ich endlich wieder los und Mama genoss die entspannte Zeit, in der sie mich ganz allein versorgen konnte, da nun keine Strippen mehr an mir hingen und ich so stabil war, dass sie mich sogar vom Monitor abmachen durfte. Das war das schönste Weihnachstgeschenk für meine Eltern. Sie durften mit mir im Kinderwagen spazieren gehen, so wie alle anderen Eltern. Wenn Mama und Papa mal nicht da waren, nahmen mich die Schwestern überall mit hin. Ich durfte mit in andere Zimmer und bei der Übergabe mit ins Schwesternzimmer. Eigentlich lag ich nun nur noch nachts im Bett. Sobald man mich in mein Bett legte, schrie ich so laut, bis mich endlich jemand hinausnahm. So vergingen dann einige Wochen, bis es mitte Januar nach Hause gehen sollte. Aber es kam ganz anders........

Nun begann ich die gerade mühsam getrunkene Milch in einem Schwall wieder herauszubringen. Die Ärzte legten mir wieder eine Magensonde, was meine Eltern überhaupt nicht verstehen konnten, da das doch nichts änderte. Auch was man mir sondierte, holte ich sofort wieder heraus. Ich wurde wieder untersucht und man stellte fest, dass ich einen starken Reflux hatte. Dieser Reflux sorgte dafür, dass es mit meiner Atmung auch wieder schlechter wurde, sodass man mir wieder Sauerstoff geben musste. Die Ärtzte mussten mich wieder operieren. Es wurde eine Fundoplikatio gemacht. Danach ging es mir wieder besser.

Doch dann, ab Mitte Januar, hatte ich immer so heftige Sauerstoffsättigungsabfälle, dass man mir Atemunterstützung geben musste und ich auf Intensiv kam. Hier erholte ich mich immer wieder sehr schnell, sodass ich nach einem Tag wieder zurückverlegt werden konnte. Ich wurde also ständig intubiert und extubiert. So diagnostizierte man die Tracheomalazie.  Das waren dann also alle Komplikationen, von denen man Mama und Papa ganz am Anfang erzählt hatte. Ich habe also öfter mal "hier" gerufen, als man die Komplikationen verteilte.

Als ich dann eines nachts wieder so einen "Absturz" hatte, bekamen die Ärzte kaum noch einen Tubus durch den Kehlkopf. Auf Intensivstation erklärte man meinen Eltern, dass sich dort eine subglottische Stenose gebildet hat und dass man dringend einen Luftröhrenschnitt machen muss. Da dies dringlich war, unterschrieben meine Eltern diese Einwilligung, ohne sich vorher darüber zu informieren. So waren sie natürlich überrascht, als sie mich am nächsten Tag auf der Intensivstation besuchten. Ich war immer noch beatmet, nur irgendwie anders. Ich durfte dabei wach sein und musste weinen, als ich Mama und Papa sah. Mama und Papa mussten auch weinen, als sie mich sahen; denn ich weinte.....aber ohne Stimme! Das war ein furchtbarer Anblick für meine Eltern und Mama verfluchte das Tracheostoma sofort. Doch wir lernten schnell, dass das Tracheostoma gut für mich war. Man bekam mich sehr schnell von der Beatmung wieder weg und ich durfte wieder auf unsere Lieblingsstation.

Dort wieder angekommen, sollte ich nun wieder trinken. Mir ging es super, nur mein Trinkverhalten war noch nicht soooo gut und der Rest musste sondiert werden. Durch das Tracheostoma muss ich nun durch die Kanüle abgesaugt werden. Das konnte meine Mama aber nicht sehen und musste dabei immer raus gehen. Als dann nach ca. 1 Woche ein Arzt zu meiner Mama kam und ihr erzählte, dass ich in den nächsten Tagen nach Hause kommen soll, war meine Mama total verunsichert, da sie noch überhaupt keine Pflege bzgl. der Tracheotomie konnte. Sie musste weinen, vor Glück und Angst. Dabei hatte sie noch 3 Wochen Zeit, all das zu lernen. Sie lernte, mich abzusaugen (was mich im übrigen überhaupt nicht stört), musste einmal die Kanüle mit Hilfe der Schwestern wechseln, und noch einiges mehr. Dazu kam, dass meine Eltern einen Reanimationskurs machen mussten, damit ich mit nach Hause durfte. Den bekamen sie von einem Arzt der Früh- und Neugeborenenintensivstation. Und als dann alles reibungslos klappte, die Hilfsmittel und der Pflegedienst organisiert waren, kam dann der Tag an dem ich das 1. Mal nach Hause durfte; der 22.02.2008.

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